Die Perchten- ein wiederbelebtes Brauchtum in Bayern


Geschichte und Brauchtum der Perchten

Die Tradition der Perchten, der Krampusgestalten und ihren Läufen durch die Straßen der Dörfer  zur Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel ist bereits uralt.

Doch obwohl sie wirklich gruslig aussehen, sollen diese Gestalten den Menschen Glück und Segen bringen. Deshalb sind sie hauptsächlich  in der Vorweihnachtszeit und zum Jahreswechsel  bis Ende Januar unterwegs.


In den Perchtengruppen gibt es verschieden Gestalten, die in „GUTE“ und „BöSE“ Charaktere aufgeteilt sind. Was aber alle gemeinsam haben ist der Glockenbehang, der durch sein Geläute den Winter und seine bösen Geister  vertreiben soll. Der Besuch der Perchten soll Glück bringen, auch wenn einige Leute sich eher vor den Masken und dem lauten Glockengeläuten fürchten.


Die Kostüme werden auch heute noch in mühevoller Handarbeit gefertigt, umgearbeitet und immer wieder optimiert. Von Saison zu Saison werden Masken abgeändert, Glocken erneuert oder neue Wagen und Kraxen gebaut mit viel Liebe zum Detail, Perfektionismus und stundenlangen Basteleien.


Die Höhepunkte der Perchtensaison sind die verschiedenen Perchtenläufe. Dort treffen sich viele Vereine, um gemeinsam ihre Erfahrungen auszutauschen, Kostüme zur Schau zu stellen und natürlich nicht zuletzt um die Zuschauerschar, die mittlerweile bei vielen Läufen schon in die Tausende geht, zu begeistern.


In der heutigen Zeit vermischt sich allerdings dieser Brauchtum mit modernen Dingen. Von vielen nicht gerne gesehen sind Auftritte außerhalb der Rauhnachtszeit. Oft findet man die Perchten und Krampus mittlerweile auch auf Faschingsumzügen, Halloweenpartys oder auch zu Brautentführungen und dergleichen. Bei Auftritten dieser Art gehen die Meinungen sehr weit auseinander.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Träger der Kostüme unendlich stolz auf ihre Ausrüstung sind und viel Geld, Zeit und Energie hineingesteckt haben. Das Tragen der Kostüme an solchen Veranstaltungen ist keinesfalls als Respektlosigkeit gegenüber dem Brauchtum zu sehen, sondern als gute Möglichkeit auch das restliche Jahr über die Zuschauer zu begeistern und auch hier an die fast schon vergessene Tradition  zu erinnern.


Die gelebten Bräuche unterscheiden sich von Region zu Region. Genau wie alte Geschichten werden die Bräuche auch durch Erzählungen unserer Vorfahren weitergegeben. Daher ist es durchaus möglich, dass einige miteinander verschmelzen.


Es sollte der Brauchtumserhalt und die Weitergabe der Geschichten und Sagen darüber im Vordergrund stehen, der durchaus eine gehörige Portion Phantasie verträgt und dadurch aufrecht erhalten wird.



Besucherzaehler